Wann und wie lange müssen die Eltern ein Studium finanzieren?

erschienen am 29.06.2011 in Basses Blatt

Der Unterhaltsanspruch umfasst die Kosten einer optimalen begabungsbezogenen Ausbildung. Nach der Rechtsprechung des BGH bemisst sich der Anspruch auf eine angemessene Ausbildung nach der Begabung und den Fähigkeiten , dem Leistungswillen und den beachtungswerten Neigungen des Kindes. Ihre Finanzierung muss sich in den Grenzen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Eltern halten, ohne dass es auf deren Beruf und ihre gesellschaftliche Stellung ankommt.

Die Finanzierung muss den Eltern also wirtschaftlich zumutbar sein. Die Eltern müssen auch an die Sicherung ihres eigenen Unterhalts denken. Die wirtschaftliche Zumutbarkeit sollte immer dann geprüft werden, wenn die Ausbildung für die Eltern unvorhersehbar lange dauert.

Dies ist z. B. bei einer Weiterbildung der Fall, wenn z. B. nach dem Abitur wird eine Ausbildung absolviert und dann ein Studium angeschlossen. Bei einer Weiterbildung besteht ein Anspruch auf Finanzierung, wenn ein enger fachlicher und zeitlicher Zusammenhang zur Ausbildung besteht.

Ein Beispiel hierfür ist der Werdegang Abitur, Banklehre, BWL - Studium.

 

Nicht nur die Eltern sind dem Kind gegenüber verpflichtet. Auch das Kind ist verpflichtet das Studium fleißig und gewissenhaft zu betreiben. Wird getrödelt, muss dies nicht bezahlt werden. Die Eltern haben ein informatives Kontrollrecht. Sie können die Vorlage von Studienbescheinigungen, Scheinen u.s.w. verlangen. Der maßgebliche Studienplan ist grundsätzlich einzuhalten.

Ein fachfremdes Parkstudium muss nicht finanziert werden.

 

Die Eltern müssen keine Zweitausbildung finanzieren. Die Eltern sind nur verpflichtet eine angemessene Ausbildung zu finanzieren. Entscheidet sich das Kind nach Abschluss seiner Banklehre für das Studium der Chemie, muss dies nicht von den Eltern finanziert werden.

Ausnahmen sind zur unter bestimmten Umständen möglich.

 

Das Kind ist verpflichtet BaföG zu beantragen und diese Leistung dann auch in Anspruch zu nehmen. Das Kindergeld, ist voll auf den Anspruch des Studierenden gegen die Eltern anzurechnen. Den Eltern muss ein bestimmter Betrag als Selbsbehalz verbleiben.

 

Bei Unstimmigkeiten sollte immer ein Anwalt hinzugezogen werden.

Zurück