Die gesetzliche Unfallversicherung auf dem Weg von und zur Arbeit, die Pflicht zur Pünktlichkeit

erschienen am 25.01.2012 in Basses Blatt

Falls wir jetzt doch noch einen Winter mit Schnee und Eis bekommen sollten, kann der Weg zur Arbeit gefährlich werden.

 

Gut zu wissen, dass bei einem Unfall auf dem Arbeitsweg jeder Arbeitnehmer über die Berufsgenossenschaft und die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert ist. Der Versicherungsschutz besteht aber nur für den direkten Weg zur Arbeit.

 

Wer auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle noch im Supermarkt vorbeischaut, geht bei einem Unfall leer aus. Erst kürzlich hat das Sozialgericht Stuttgart entschieden, dass auch eine kurze Unterbrechung des Weges den gesetzlichen Unfallversicherungs-schutz entfallen lässt, wenn dabei der öffentliche Straßenraum verlassen wird.

In dem entschiedenen Fall hatte der Arbeitnehmer sich auf dem Nachhauseweg den Fuß bei einem Sturz auf der Treppe eines Reisebüros gebrochen. Die Richter stellten darauf ab, dass der Verletzte den unterbrochen Heimweg noch nicht fortgesetzt hatte.

 

Wichtig ist es, die Witterungsverhältnisse bei der Entscheidung, wann man zur Arbeitsstelle aufbricht, zu berücksichtigen.

 

Denn wenn ein Arbeitnehmer unpünktlich erscheint, ist der Arbeitgeber berechtigt des Gehalts zu kürzen, gegebenenfalls sogar eine Abmahnung oder im schlimmsten Fall die Kündigung auszusprechen.

 

Als Entschuldigung kann man auch nicht mit Erfolg vorbringen, verschlafen zu haben. So hat das Landesarbeitsgericht Köln eine fristlose Kündigung eines Busfahrers bestätigt, der wiederholt zu spät zur Arbeit erschienen ist. Zwar könne ein einmaliges Verschlafen durchaus mal vorkommen, mit Blick auf die Bedeutung von Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit bei dem vom Landesarbeitsgericht entschiedenen Fall wurde die Kündigung aber als zulässig angesehen, weil der betroffene Busfahrer wiederholt zu spät gekommen war.

 

Auch bei Verspätungen wegen Eis und Schnee drohen gegebenenfalls Konsequenzen. Das hat das Bundesarbeitsgericht bereits vor 30 Jahren so entschieden und bis heute lautet so die ständige Rechtsprechung der Arbeitsgerichte.

Zurück