Ausgleichsansprüche wegen Verspätung eines Fluges

erschienen im April 2013 in Basses Blatt

Der Sommer steht vor der Tür. Die großen Ferien sind bald da und damit die Reisezeit. Viele freuen sich auf schöne Flugreisen und die meisten stellen sich schon vor der Reise auf mögliche Verspätungen der Abflüge bei der Hinreise oder auch bei der Rückreise ein.

Bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen können die Fluggäste Schadensersatzansprüche für Verspätungen geltend machen. Diese sind in der EU Verordnung 261/2004, die am 17.2.2005 in Kraft getreten ist, geregelt. Die Verordnung gilt für Fluggäste, die in einem EU-Mitgliedsstaat einen Flug antreten oder aus einem Drittstaat einen Flug mit einer EU-Fluggesellschaft in ein EU-Land antreten. Die Fluggäste müssen über eine bestätigte Buchung für den betreffenden Flug verfügen und sich rechtzeitig zur Abfertigung eingefunden haben. Schließlich müssen sie zu einem der Öffentlichkeit verfügbaren Tarif reisen.

Kein Anspruch auf Ausgleichsleistungen für Verspätungen besteht, wenn die Verspätung auf außergewöhnliche Umstände zurückzuführen ist, die sich nicht vermeiden lassen. Beispiele hierfür sind Wetterbedingungen, politische Instabilität, Streiks, Sicherheitsrisiken oder unerwartete Flugsicherheitsmängel.

Verspätungen liegen laut EU Verordnung 261/04 ab einer Verzögerung des Fluges von 4 h bei Flügen über 3500 km Entfernung, von 3 h bei Flügen zwischen 1500 und 3500 km sowie Flügen über 1500 km innerhalb der EU und von 2 h bei Flügen bis zu 1500 km Entfernung vor.

Ist eine solche Verspätung absehbar, so haben die Fluggäste das Recht von der Fluggesellschaft Betreuungsleistungen zu erhalten. Dies sind Verpflegung im angemessenen Verhältnis zur Wartezeit, gegebenenfalls Hotelübernachtung verbunden mit eventuellem Transfer und die Möglichkeit für zwei kurze Telefonate.

Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Ausgleichszahlungen verlangt werden:

  • 250 € bei allen Flügen über eine Entfernung von 1500 km oder weniger.
  • 400 € bei allen innergemeinschaftlichen Flügen über eine Entfernung von mehr als 1500 km
  • bei allen anderen Flügen über eine Entfernung zwischen 1500 km und 3500 km.
  • In anderen Fällen können sogar 600 € verlangt werden.


Da sehr genau geprüft werden sollte, ob die Voraussetzungen auch tatsächlich vorliegen, sollte anwaltlicher Rat eingeholt werden, wenn Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden sollen.

 

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