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Aufgepasst bei Forderungen von Inkassobüros!

erschienen am 20.06.2012 in Basses Blatt

Es gibt im Leben mitunter Phasen, in denen man den Überblick über seine Finanzen aus den Augen verliert. Es stellt sich Resignation ein, der Kopf wird in den Sand gesteckt und weder auf Schreiben von Gläubigern noch auf behördliche Schreiben wird weiter reagiert.

In der Folge kann es dann vorkommen, dass die bestehenden Forderungen tituliert werden. Meistens dann wohl in der Form eines Vollstreckungsbescheids.

Gerät der titulierte Anspruch nunmehr in Vergessenheit, so kann es Jahre später ein böses Erwachen geben, wenn ein Inkassobüro, welches die titulierte Forderung aufgekauft hat, einen aufspürt und den Anspruch nebst aufgelaufenen Zinsen geltend macht.

 

Gemäß § 197 Abs. 1 Nummer 3 BGB verjähren rechtskräftig festgestellte Ansprüche in 30 Jahren.

 

D.h., derjenige, der einen Vollstreckungstitel erwirkt hat, kann aus diesem Titel im Regelfall 30 Jahre lang die Zwangsvollstreckung betreiben.

 

Bedenkt man, dass der gesetzliche Verzugszinssatz bei 5 Prozentpunkten über dem so genannten Basiszins liegt, so wird deutlich, dass schon aufgrund der Zinsen aus einer ursprünglich eher geringen Forderung ein ganz beträchtlicher Betrag geworden sein kann.

 

Inkassobüros tendieren nunmehr dazu diese Zinsen auch einzufordern.

 

Rechtlich ist dies im Prinzip nicht zu beanstanden, moralisch allerdings schon.

 

Denn, was den Inkassobüros bekannt ist, viele Schuldner aber nicht wissen, ist, dass gemäß § 197 Abs. 2 BGB für die Zinsforderung nicht die 30 jährige Verjährungsfrist, sondern die regelmäßige Verjährungsfrist von 3 Jahren gilt.

 

Wenn also ein Anspruch auf Zinsen aus dem Hauptanspruch mittituliert wurde, unterliegen die laufenden Zinsen ab Rechtskraft des jeweiligen Titels einer nur dreijährigen Verjährungsfrist.

 

Bei der Verjährung handelt es sich um eine Einrede, die erhoben werden muss. Sie ist erst zu berücksichtigen, nachdem das geschehen ist.

 

Tipp:

 

Sollte eine länger zurückliegende Forderung gegen Sie geltend gemacht werden, so lassen sie von einem Anwalt prüfen, ob mit Erfolg die Verjährungseinrede erhoben werden kann!

 

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